Clubchronik

   

1958
Früher wurde darüber gespottet, dass Deutsche einen Verein gründen, sofern sich drei Interessierte am gleichen Thema zusammenfinden. So ähnlich war das auch, als sich über eine Anzeige in der OFFENBACH-POST’ Interessierte meldeten und im Jahre 1958 den Offenbacher Club gründeten.Stolz nannte man sich ‚ Schmalfilm-Club Offenbach’. Der erste Vorsitzende Egon Eberl prägte dem Verein innerhalb seiner zehnjährigen Amtszeit seinen Stempel auf. Ein begeisterter Filmer, der es verstand, andere zu motivieren und in filmische Ideen einzubinden. Die Vereinsabende fanden im Hotel-Restaurant Lindenhof in Bürgel statt. Innerhalb kurzer Frist erhielt der Club regen Zulauf und Offenbacher Filmer nahmen an Wettbewerben teil. Es war die Zeit des Doppelacht-Films, der von Spöttern als ‚Schnürsenkel-Format’ bezeichnet wurde. Es war aber auch die Zeit des Improvisierens, die Zeit, als gebastelt, Stative oder Titelgeräte selbst oder in der Gemeinschaft hergestellt wurden, denn nicht jeder hatte das Geld für teure Gerätekäufe. Endlos wurde bei den Clubabenden gefachsimpelt und oft bis zum ‚Rauswurf’ diskutiert. Egon Eberl half so manchem Anfänger auf die Sprünge und noch heute denkt man gern an diesen Filmer zurück.



 Egon Eberl

1960
...dämmerte langsam das Zeitalter des Superacht-Films am Horizont herauf. Egon Eberl hatte nicht mehr kandidiert und Joachim Herrmann wurde in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. Jochen Herrmann verstand sich hervorragend auf Musik und er hatte das untrügliche Gespür für musikalische Untermalungen für jede Art Film. Da er eine ausgezeichnete Stimmlage hatte, wurde mancher Film von ihm kommentiert. Es war aber auch die Zeit der Clubwettbewerbe. Im Jahr 1980 trat Joachim Hermann zurück. Erinnert sei an die vielen ‚MOTSUTOURen’ (MotivSuchTour), die der Club auf Initiative von Werner Eichhorn veranstaltete.


Jochen Herrmann

Jochen Herrmann

1970
Ein Informationsblatt hatte sich inzwischen zum ‚Clubspiegel’ gemausert, ein Heftchen im Format DIN A 5, das Heinz Assman(links im Bild) 1970 redigierte und in weiten Kreisen viele Abnehmer findet, die nicht zum Offenbacher Club gehören. Später wurd das quartalsmäßig erscheinende Heft von Mechthild und Hajo Winkler und von Ernst Kaben herausgegeben. 2008 hat Jürgen Dannoritzer die übernommen. 

Heinz Assmann & Werner Eichhorn

Heinz Assmann & Werner Eichhorn

1980
...wurde Werner Eichhorn zum ersten Vorsitzenden gewählt, ein Filmautor, der zu dieser Zeit bereits die Aufmerksamkeit der Filmerzunft auf sich und seine Filme zog. Erfolgreich hatte er an Wettbewerben teilgenommen und so manche Goldmedaille nachhause gebracht. Der rechte Mann für diesen Posten! Inzwischen wurde auf Superacht gefilmt und Doppelacht gehörte der Vergangenheit an. Das Bild auf der Leinwand war brillanter geworden und jetzt erklärte die Fachwelt Superacht zum Nonplusultra! Die Industrie lieferte Bearbeitungsgeräte und Projektoren, die den Anforderungen gewachsen waren.
 
 
 

Egon Eberl, Werner Eichhorn & Jürgen Vanscheidt

Egon Eberl, Werner Eichhorn & Jürgen Vanschaidt

Ein neues Studio entsteht
1980 musste der Filmclub sein Domizil im Bürgeler Lindenhof verlassen und dank dem damaligen Mitglied Arno Planker wurde dem Club ein Raum in seiner Liegenschaft zur Verfügung gestellt, in dem die Clubmitglieder eine neue Heimat fanden. In mühevoller Arbeit haben die Mitglieder aus der ehemaligen Werkstatt das heutige Clubstudio in der Bernardstraße 17 geschaffen.
 

Clubstudio im Umbau

Das neue Studio entsteht

Arno Planker
...ist für den Filmclub Offenbach ein ganz besonders wertvoller Mensch.
Mit seinem Engagement in Sachen "Unterbringung des Filmclubs", 1980, hat er einen Meilenstein gesetzt.
Aus einer alten Stanzerei wurde eínes, wenn nicht sogar "das" schönste Clubstudio der Amatuerfilmer, in der wir bis heute noch unsere Clubabende gestalten dürfen.

Danke Arno und Familie...! 

Arno Planker

Arno Planker

1984
...erhielt Egon Eberl wegen seiner Verdienste aus der Hand des damaligen Kulturdezernenten Ferdi Walther anlässlich seines 60. Geburtstages die Bürgermedaille der Stadt Offenbach. Zum 25jährigen Jubiläum des Filmclubs hatte Eberl bereits den Ehrenbrief des hessischen Ministerpräsidenten erhalten.
Die Filme "Das neue Rathaus" und "1000 Jahre Offenbach" entstanden. 
 

Ferdi Walther & Werner Eichhorn

1985
...wurde Werner Eichhorn von Oberbürgermeister Georg Dietrich mit der Bürgermedaille in Bronze für seine Verdienste ausgezeichnet. Werner Eichhorn erwies sich als Talent im Umgang mit Menschen. Er verstand es, Mitglieder zu begeistern. 

 

Werner Eichhorn & Egon Eberl

DOKU kommt nach Offenbach
1985 gelang es Werner Eichhorn, den Bundeswettbewerb ‚Dokumentarfilm’ nach Offenbach zu holen, der für die Stadt Offenbach und ihren interessierten Einwohnern innerhalb der folgenden 18 Jahre ein filmisches Ereignis war. 1985 gab Werner Eichhorn sein Amt als Vorsitzender auf.  
 
1986
Als neuen Vorsitzenden des Offenbacher Clubs wurde Reinhold Trapp gewählt, ein Mann, der als Juror bereits von sich reden machte. Als Jury-Beauftragter war er stark in die Belange des Amateurfilms integriert. Sein Wissen half den Clubmitgliedern neue Erkenntnisse zu gewinnen. Leider verstarb Reinhold Trapp 1993.
 
1993
...wurde Werner Eichhorn erneut zum ersten Vorsitzenden gewählt, eine kluge Entscheidung der Clubmitglieder. Wenngleich so mancher aktive Filmer in die Jahre gekommen war, zeichnete sich der Offenbacher Club durch die Teilnahme an Bundeswettbewerben der verschiedensten Kategorien und der Teilnahme an den Deutschen Amateurfilm-Festspielen (DAFF) aus. Der Club, der sich jetzt Amateurfilm und Videoclub nannte, wurde wegen seiner vielen Wettbewerbspreise über die Grenzen hinaus bekannt. Inzwischen hatten unterschiedliche Videoformate Einzug gehalten und viele Filmer waren anfangs des Glaubens, dass sich diese Technik gegenüber Superacht nicht halten könne. Schließlich einigte sich die Industrie auf VHS, Super-VHS und Hi8 -Formate. Ein neues Zeitalter hatte begonnen. 
 
1998
Aus Altersgründen gab Werner Eichhorn sein Amt als erster Vorsitzender an Mechthild Winkler ab. Als Dank für seine Leistungen für den Club wurde Werner Eichhorn zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Frau Winkler hat ein sehr umfangreiches Wissen über den gesamten Bereich Film und zeichnete sich schon in früheren Jahren durch sehr interessante eigene Filme aus. Eine Zeit lang gehörte sie auch der ‚freiwilligen Selbstkontrolle für Spielfilme’ an. Durch ihr ausgleichendes Wesen hat sie es in ihrer Amtszeit immer verstanden, Gegensätze unter den Mitgliedern zu beheben und neue Impulse zu setzen. Mit ihren Filmen beteiligte sich Frau Winkler auch an Wettbewerben und brachte so manche Medaille nachhause. Ab dem Jahre 2003 war sie für einen gewissen Zeitraum sogar Jury-Beauftragte für Hessen. Zahlreiche Artikel in ‚Film und Video’ oder im ‚Clubspiegel’ zeichnen die Autorin aus. Da die Öffentlichkeit nur vom Filmclub sprach, wurde der Name auf ‚Filmclub Offenbach’ geändert. Inzwischen hatte sich Video weiter durchgesetzt und man filmte auf ‚Mini-DV’. Neue Kameras und neue Bearbeitungsgeräte waren auf den Markt gekommen. Die Brillanz der projizierten Bilder glaubte man nicht mehr verbessern zu können. Das Medium Amateurfilm trat in einen neuen Zeitabschnitt ein. 
 
2003
 
Inzwischen wurde der Bundeswettbewerb ‚Dokumentarfilm’ aufgegeben. An dessen Stelle rückten die ‚Hessische Amateurfilm-Festspiele’ (HAFF). Frau Winkler hatte zur Bedingung gemacht, das Amt der Vorsitzenden nur für vier Jahre zu begleiten. Viele Mitglieder der ersten Stunde waren von uns gegangen, andere älter geworden und als neuen Vorstand wollte man nach Möglichkeit einen jungen, tatkräftigen ersten Vorsitzenden haben, den der Club in der Person des Peter Ihrig fand. Peter Ihrig ist der Sohn des Mitbegründers des Offenbacher Clubs, der als Kassierer fungierte hatte. Unbekümmert ging Ihrig zu Werke und brachte seine Ideen ein. Bestandserhaltung schien ihm das Wichtigste.
 
2007
In diesem Jahr gab es einen Wechsel in der Vereinsführung und den Vorsitz übernahm Thomas Kempf, eine Persönlichkeit, die mit viel Interesse, Engagement und Energie an die neue Aufgabe herangeht und dabei vom zweiten Vorsitzenden Michael Zier unterstützt wird. Eine besondere Ehrung erhielt Thomas Kempf 2006 als Autor des Films ‚So spielen wir fast jede Nacht’. Der nicht nur eine Goldmedaille beim Bundeswettbewerb erhielt, sondern auch bei den DAFF ausgezeichnet wurde und sogar bei der UNICA (Weltmeisterschaft) in Südkorea laufen durfte. Eine Auszeichnung, die nur wenigen Filmern des Offenbacher Clubs zuteil wurde.  
 
Verdienste
Es gab und gibt viele Mitglieder, die sich aufgrund ihrer Verdienste in die Annalen des Clubs eintrugen.
Alle zu erwähnen, würde den Rahmen der Chronik sprengen.

Erwähnt seien die ‚Mudder’ Wilma Borgmann und der ‚Vadder’, Bernhard Borgmann.
Die ‚Mudder’ stand fast bis zu ihrem Tod an der Theke, um die Mitglieder mit Speis’ und Trank zu versorgen.
Der ‚Vadder’ war nicht nur das Original des Clubs, sonder auch 18 Jahre lang der ‚Schatzmeister’. 
 
Das Amt an der Theke übernahm Katharina Ebert zusammen mit Volker Schild und Lore Flach.  
Helga Moser-Kleffmann hat sich besondere Verdienste als Gönnerin des Clubs erworben.  
Dieter Zier versteht sich auf die technischen Belange, die Projektion und den dazu gehörigen Ton,
unterstützt von Peter Burkart und Gerold Schaffner.
 

Bericht: Rudolph Kneuer

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