Öffentlicher Abend - ein voller Erfolg !

AM STERBEBETT DER ALTSTADT

Filme über Alt-Offenbach und seine Leute

Von Lothar R. Braun

Offenbach – Der Mühlheimer Rentner Rolf Vollmer warRolf Vollmer(li.) und Gerd Vollmer(re.)
noch ein zwölfjähriger Offenbacher Bub, als er eine Filmfigur wurde. 52 Jahre danach konnte er sich jetzt noch einmal als Knabe sehen. Im knallvoll besetzten Vorführraum des Filmclubs an der Bernardstraße war das, als Namensvetter Gerd Vollmer, einst im Dreieichpark Leiter des Stadtmuseums, noch einmal seine Altstadtfilme zeigte.

Der erste von zwei Filmen entstand 1963, als man noch erkennen konnte, wo die Stadt ihre Anfänge genommen hat: in einem engen Halbkreis um das Schloss. Noch bewegten sich Menschen und Katzen unter den Gaslaternen von Glockengasse und Sandgasse. Gerd Vollmer hielt die Bilder fest, und der Knabe Rolf verknüpfte sie zu einem Rundgang um das Sterbebett der Offenbacher Altstadt  Denn die Bagger bleckten bereits die Zähne.

Dem zwölfjährigen Rolf trug sein Filmauftritt als Honorar eine Tafel Schokolade ein. Dem Betrachter von heute beschert der Auftritt wehmütige 

Erinnerungen an eine verlorene Welt von schmuddeliger, aber auch herzwärmender Gemütlichkeit in verwinkelten Gassen ohne Beton. Den Jüngeren mag das vermitteln: Es gab schon etwas vor dir, und das hatte Reiz.


Vollmers Altstadtfilme fanden an diesem Abend Ergänzung in zweiÖffentlicher Abend _3
Filmen des Teams Hilde und Werner Eichhorn.Sie näherten sich auf sensible Weise zwei sehrunterschiedlichen Mitbürgern, die gleichwohl Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Schauspieler Joseph Offenbach (1904-1971) ist der eine, der 1939 verstorbene „Holzhändler“ Karl Winterkorn der andere.

Ihn kannte man in Offenbach und Frankfurt als „das Streichholz-Karlche“, weil er vom Streichholz-Verkauf in Gaststätten lebte. Mit den Hölzern und seinem Mutterwitz erreichte er so viel Popularität, dass Frankfurt ihn schon mal auf die Theaterbühne bringen konnte.  In Offenbach war er eine Zentralfigur im Fastnachts-Umzug. Immerhin haben ihn die Offenbacher mit einem Denkmal auf dem Wilhelmsplatz unsterblich gemacht. Bei dessen Erschaffung in der Werkstatt der Steinmetzin Judith Quartier lässt der Film zugucken.

Öffentlicher Abend _2Ohne steinernes Denkmal blieb der Schauspieler Joseph Offenbach, der bei allem Ruhm nie versäumte, seine Vaterstadt liebevoll zu preisen. Doch ihn nennt jedes gute Lexikon, und der Eichhorn-Film ist ja auch ein Denkmal.


Mit den Filmen von Vollmer und Eichhorn hat der Filmklub Offenbach eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen eröffnet. Fortan soll jeden Montag im Hinterhaus Bernardstraße 17 für Filmfreunde die Tür aufgehen. Immer um 20 Uhr.

Öffentlicher Filmabend im Studio des Filmclubs Offenbach

Werner Eichhorn und Gerd Vollmer zeigen Offenbach-Filme

Am Montag, dem 27. April 2015, ab 20.00 Uhr, zeigen die genannten

 Autoren Filme zum Thema Offenbach im Filmstudio des Offenbacher Filmclubs, Bernardstr. 17 (2. Hof, Seitenbau). Einlass ab 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Clubs ist Gelegenheit für alle Interessierte, Filme aus Offenbachs Vergangenheit zu erleben.
Gerd Vollmer zeigt seine Filme „Ein Nachruf“ und „Erinnerungen“ an Alt-Offenbach.


Eine Gehminute vom zentralen Alten Markt in Offenbach war 1963 noch ein Wohnviertel erhalten mit Fußgängerzone, Gastronomie, Tante Emma Laden, Kopfsteinspflaster,
Gaslaternen und einer mehrere hundert Jahre alten Bausubstanz – eine fast dörfliche Idylle. Eingebettet in das Zentrum Offenbachs war die Offenbacher Altstadt wie eine „Kleinstadt“ inmitten der Großstadt. Vieles bedurfte dringender Renovierung, doch moderner Cityplanung war das Alte längst im Wege. Also hat niemand mehr investiert. Denkmalpflege war noch eher unbekannt.

Inzwischen sind in der City Hochhäuser gewachsen, viel Beton ist verbaut worden. 1977 entstanden vom Dach des ehemaligen Kreishauses Ecke Schloßstraße/Berliner Straße Aufnahmen in die Häuserschluchten, in denen vor nunmehr 52 Jahren noch Fachwerkhäuser standen. Die Berliner Straße durchschnitt damals noch 4spurig das Gebiet der ehemaligen Altstadt. Eine S-Bahn gab es noch nicht. Zwei Filme Gerd Vollmers dokumentieren Alt-Offenbach.In diesen Filmen lebt die Offenbacher Altstadt noch, bevor Bagger jahrhunderte alte Bausubstanz der beiden ältesten Gassen unserer Stadt, nämlich der Sandgasse und der Glockengasse, platt walzten.

Aus der Produktion von Werner Eichhorn werden folgende Filme gezeigt: „Der Holzhändler“
Viele laufen an der in Stein gemeißelten Figur vorbei. Die meisten Passanten kennen die dargestellte Person nicht, die auf einem Sockel an der Bieberer Straße, am Eingang zum Offenbacher Wochenmarkt steht. Alte Offenbacher nennen die Figur liebevoll „Streichholzkarlchen“. Es war Karl Winterkorn, 1880 geboren, der für sich und seine Familie Streichhölzer verkaufte. Man sah ihn oft in Offenbacher und Frankfurter Gasthäusern. Dort trat er als „kleinster Holzhändler der Welt“ auf – er war nur 1,30 m groß. Vielleicht war er das letzte Offenbacher Original. Die Offenbacher Künstlerin Judith Quartier schuf ihm ein Denkmal und erinnert so an ihn.

„Joseph Offenbach“. Der Schauspieler Joseph Ziegler spielte in Mannheim am Theater. Da dort zwei Schauspieler namens Ziegler spielen wollten, fragte man ihn nach seinem Geburtsort. Offenbach war die Antwort – und so kam er zu seinem Künstlernamen. Als Volksschauspieler und gefeierter Medienstar hat er u.a. den Datterich, den Geizigen, den Hauptmann von Köpenick auf der Theaterbühne und im Film und Fernsehen den Kommissar X im Orientexpress oder Vater Scholz in einer beliebten Fernsehserie gespielt.

Der Filmclub hofft, mit diesem Filmprogramm zum Thema Offenbach viele interessierte Bürger unserer Stadt anzusprechen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Offenbacher Filmer erneut erfolgreich

Am Samstag den 7.3.15 fand in Kreuztal - Ferndorf
der 2. Regionale Wettbewerb in Hessen statt. 
Unseren Club vertrat Robert Becker mit seinem
Film "Vollblutchoreograph und Halbweltdame"
Wir gratulieren Robert zum 1. Platz und zur Weitermeldung
zu den Hessischen Autoren Filmfestspielen am 21. März im Ledermuseum Offenbach.

Erfreulich, dass unser Club ein weiteres mal mit 2 Filmen auf der HAFF vertreten ist.

Die Autoren:
Thomas Kempf mit  "Frischer gehts net"
Robert Becker  mit  " Vollblutchoreograph und Halbweltdame"

Offenbacher Filmer erfolgreich

Am 21.Februar 2015 fand in Hanau ein Regionaler Filmwettbewerb statt.
Thomas Kempf trat mit seinem Film "Frischer gehts net" an.
Er erhielt für diesen Film von der Jury einen 2. Preis (5 von 5 Stimmen)
und wurde zum Landesfilmfestival Hessen HAFF weitergemeldet.
Die HAFF findet am 21.März 2015 im Offenbacher Ledermuseum statt.

Ein Erfolg zu dem wir ihm herzlich gratulieren.

DAFF Bericht

Für all die die auf das BDFA-Heft keinen Zugriff haben,
hier der Artikel zur DAFF 2012 in Seligenstadt.

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